Welterbezentrum Wismar

Seit 2002 gehören die Altstädte von Wismar und Stralsund zum UNESCO Weltkulturerbe. Gemeinsam präsentieren sie das kulturelle Erbe der Hanse in Deutschland und zeichnen sich als idealtypisch entwickelte Hansestädte während der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert aus.
Die mittelalterlichen Stadtgrundrisse sind sowohl in Wismar, als auch in Stralsund nahezu unverändert erhalten geblieben.

Welterbezentrum Wismar

Pünktlich zum UNESCO Welterbetag wurde am 1. Juni in Wismar ein Welterbezentrum eröffnet. In Deutschland ist es das dritte Besucherzentrum dieser Art. Weitere befinden sich in Stralsund und Regensburg.

Die Räumlichkeiten in der Lübschen Straße 23 sind ein eigenes Ausstellungsstück für sich. Sie befinden sich in zwei aneinandergrenzenden Giebelhäusern in der Altstadt, die auf das Mittelalter zurück gehen. Einer meiner ehemaligen Professoren im Fach Denkmalpflege – Prof. Dr. Frank Braun – informiert auf den Seiten der Hochschule Wismar sehr detailiert über die Hausbiographie und Baugeschichte der beiden Gebäude: Hausbiographie Lübsche Str. 23, des Teilprojektes „Stadtbild und Baustruktur Wismars“ des Forschungsprogramms „Städtesystem und Urbanisierung im Ostseeraum“. 

Die Spuren der vergangenen Jahrhunderte begleiten die gesamte Ausstellung. In den Räumen des Welterbezentrums wird die Arbeit der Restauratoren und Denkmalpfleger sichtbar gemacht und in Nischen, an Decken und Wänden, Malereien und Verzierungen freigelegt. Besonders beeindruckend gelingt dies im Kemladen, einem Seitengebäude des Welt-Erbe-Hauses.

Die historische Stadtgestalt der Hansestadt Wismar, zeigt eine Intarsie des Stadtgrundrisses auf dem Fußboden des Giebelhauses. Die umliegenden Stadtmauern sind als Sitzbänke gestaltetet und laden zum Verweilen ein. Hörstationen und separate Themenräume widmen sich u.a der Stadtgeschichte, Wismars Bedeutung als Handels- und Hansestadt und der internationalen Bedeutung des UNESCO Welterbes. Auch die Zusammenarbeit mit anderen deutschen Welterbestätten – insbesondere das gemeinsame Welterbe mit Stralsund – wird anschaulich vorgestellt. Abgerundet wird die Ausstellung durch Fundstücke aus ganz Wismar. Zum Beispiel sind das älteste Stadtbuch der Hansestadt und eine originale Giebelverzierung aus dem 19. Jahrhundert zu sehen

Der Höhepunkt im Welt-Erbe-Haus ist ein aufwendig restaurierter Tapetensaal. Eine Panoramatapete, 1823 in der Pariser Manufaktur Dufour & Leroy hergestellt, zeigt die mythologische Geschichte „Reisen des Telemach auf die Insel Calypso“. Neben Wismar besitzt nur noch das Museum of Modern Art in New York Fragmente des gleichen Tapetenzyklus.

Video des Tagesspiegel zu den Restaurierungsarbeiten:  http://video.tagesspiegel.de/3558364368001


 

Weitere Informationen

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr (sonntags 10 bis 16 Uhr)
Der Eintritt ist frei. Ab Herbst wird sich auch die Tourist-Information vor Ort befinden.

Anfahrt: Lübsche Str. 23, Parken Sie am besten ausserhalb der Altstadt. Hier sind nur schwer Parkplätze zu erhalten. Zahlreiche Parkplätz gibt es in der Nähe des Alten Hafens. Vor dort aus sind sie zu Fuss schnell in der Innenstadt und am Welterbezentrum.

Ausstellungskonzeption: Konzipiert wurde die Ausstellung von h neun Berlin in Zusammenarbeit mit gewerkdesign.

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