Als mich bei 32 Grad im Schatten ein Schneeball traf

Alex und Eva von in-arcadia-ego.com haben stadtsatz.de für den Liebster Award nominiert und mir 11 Fragen über Architektur, Kunst und Kultur gestellt. Vielen Dank!

Worum geht’s? Der Liebster Award ist ein Schneeballsystem, über das gute Blogs weiterempfohlen werden. Über die Fragen und Antworten erhält zudem jeder nominierte Blogger die Möglichkeit, sich und seine Projekte vorzustellen. Anders als bei Kettenbriefen, ereilt aber niemanden großes Unglück oder 30 Jahre schlechtes Karma, falls man nicht teilnehmen möchte. 😉

Am Ende dieses Blogbeitrags stelle ich euch die beiden Blogs kurz vor, die ich für den Liebster Award nominieren möchte. Ich habe mich dazu entschieden, interdisziplinär zu bleiben und je einen Wissenschaftsblog und Kulturblog ausgewählt. Die beiden Blogs kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen und schätze sie besonders für ihr Engagement.

Zunächst aber meine Antworten auf die Fragen, die Eva und Alex mir gestellt haben.

11 Fragen, 10 1/2 Antworten

1. Warum blog­gst du/ihr und wie habt ihr eure Nis­che gefunden?

Ich habe Architektur und Journalismus studiert und arbeite als digitale Nomadin ortsunabhängig. Da lag es nahe, die Themen Architektur + Reisen in meinem Architektur-Blog miteinander zu verbinden. Ich möchte aber nicht nur Bilder von hübschen Gebäuden zeigen, sondern habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Geschichten hinter der Architektur zu erzählen.

Außerdem war es mir schon im Studium sehr wichtig, Architektur  interdisziplinär zu betrachten. Sie berührt einfach so viele unterschiedliche Fachbereiche, dass es schade wäre, sie auf das reine Planen und Bauen zu beschränken.

Wer mir schon länger folgt merkt aber auch, dass ich an der Umsetzung meines Blog-Konzeptes ständig feile – Veränderungen und die Möglichkeit sich selbst auszuprobieren, gehört für mich zum Bloggen dazu.

2. Welcher Blog­beitrag ist deiner Mei­n­ung nach dein bester und sollte unbe­d­ingt gele­sen werden?

Im Herbst 2014 habe ich eine dreiteilige Blog-Serie zum Thema Heimat veröffentlicht. Der erste Beitrag – der Versuch einer Definition von Heimat – ist mir am Wichtigsten. Leider ist er, im Hinblick auf die ca. 60 Millionen Menschen, die derzeit auf der Flucht sind, auch sehr aktuell. Während ich als digitale Nomadin Reisen zu einem (schönem) Teil meines Lebens gemacht habe und frei entscheiden kann, wann ich in meine Heimat verlasse oder zu ihr zurückkehre, können Millionen Menschen diese Entscheidung nicht frei treffen. Sie müssen vor Krieg, Gewalt, schweren Menschenrechtsverletzungen und/oder Armut fliehen und suchen Schutz im Exil. Mit diesem Fokus würde ich das Thema gerne noch einmal neu bearbeiten. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass sich politisch rechte Gruppen gerne der „Heimat-Symbolik“ bedienen und als fadenscheiniges Argument für Fremdenhass missbrauchen.

Meine Meinung dazu ist glasklar: #refugeeswelcome, selbstverständlich auch „in meiner“ Heimat!

3. Was ist das großar­tig­ste Kunst­werk, das du je gese­hen hast und wie hat es dich inspiriert?

Ohje,… ähm. Äh… zu dieser Frage fällt mir kein spezielles Kunstwerk ein, welches mich wirklich langanhaltend inspiriert hat. Ich denke aber weiter über diese Frage nach und melde mich, falls mir noch etwas einfällt!

4. Was war deine zuletzt gese­hene Ausstel­lung und wieso hast du ger­ade diese angesehen?

Zählt an dieser Stelle auch ein Botanischer Garten? Falls ja, dann habe ich zuletzt die Ausstellungen im Botanischen Garten in Kopenhagen besichtigt und konnte damit den ersten Punkt auf meiner „Bucketlist“ abhaken. Besonders schön fand ich die historischen Gewächshäuser, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und vom Crystal Palace in London inspiriert sind. Leider waren es bei unserer Reise über 30 Grad im Schatten und der Aufenthalt in den Gewächshäusern eine echte Herausforderung für jeden Kreislauf.
Die Kunstausstellung die ich zuletzt gesehen habe, war „August Macke und Franz Marc – Eine Künstlerfreundschaft“ im Lenbachhaus in München. Die gezeigten Werke waren echte Highlights, die Rahmenbedingungen (siehe unten) leider nicht.

5. Was ist dein Lieblingsmu­seum und warum?

Das Te Papa in Wellington, Neuseeland. Es ist unglaublich interaktiv angelegt und beinhaltet wirklich viele Themenbereiche (Flora & Fauna, Kulturgeschichte und zeitgenössische Kunst), ohne oberflächlich zu sein. In Neuseeland stimmt für mich persönlich einfach das Gesamtpaket aus Kultur und Natur – dieses „allumfassende Bewusstsein“ spiegelt das TePapa sehr gut wider.

Im Verlauf der Ausstellung wird auch immer wieder Bezug auf die Geschichte der „Ureinwohner“, der Maori, genommen. Mehrere Monate bevor ich das Te Papa besuchte, hatte ich die einmalige Gelegenheit, durch eine Zeremonie in eine Gemeinschaft der Maori aufgenommen zu werden. In dieser Gruppe erhielt ich viele aufregende Einblicke in ihre Kultur. Ich muss zugeben, dass hat mich zwischenzeitlich ganz schön geflashed. Da war es durchaus hilfreich, im Te Papa Museum mein Wissen und meine Gedanken noch einmal zu sortieren.

6. Was ist deine Lieblings­farbe und welche Emo­tion löst sie in dir aus?

Türkis! Sie verspricht Leichtigkeit und endlose Freiheit.

7. Welcher Architekt fasziniert dich bzw. welcher ist für dich deine größte Inspiration?

Mich inspirieren vor allem Architekten mit Forschergeist. Zum Beispiel Frei Otto oder Werner Sobek. Ganz groß sind aber auch jene Architekten und Stadtplaner, die sich für ein Thema ganz besonders einsetzen und Verantwortung für Probleme unserer Gesellschaft übernehmen. Meistens sind das nicht die sogenannten starchitects, sondern Architekten mit kleineren und mittelgroßen Büros.

Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es aber immer Hartmut Häußermann – der allerdings kein Architekt, sondern Soziologe (Regional- und Stadtsoziologie) war.

8. Welches Zitat eines Kün­stlers oder Architek­ten beein­druckt dich und wieso?

Da gibt es einige! Ich sammle auf stadtsatz.de auch Zitate über Architektur. Ein sehr gutes Zitat ist von Oscar Niemeyer, worüber ich ebenfalls schon gebloggt habe:

„Die Architektur ist nur ein Vorwand. Wichtig ist das Leben, wichtig ist der Mensch, dieses merkwürdige Wesen mit Seele und Gefühl, das nach Gerechtigkeit und Schönheit hungert.“ – Oscar Niemeyer

9. Wie würde ein Ausstel­lung­s­text über dich als Kunst­werk lauten?

„Sie hätte gehofft, dass es nie so weit kommen würde, aber…“

Ich hoffe einfach mal, dass mich nie jemand als „Kunstwerk“ darstellt / bezeichnet. Zum einen, weil ich das für einen „ganz normalen“ Menschen höchst zweifelhaft finde und zum anderen, weil ich auch nicht gerne im Mittelpunkt stehe.

Falls ich es aber nicht verhindern könnte, dann wäre es cool, wenn was mit „ql^2/8“ im Text vorkommt…

10. Was fehlt dir in Ausstel­lun­gen oder was ver­misst du in Ausstellungen?

Guter Service ist leider nicht immer selbstverständlich. Unfreundliche Mitarbeiter_innen, zu wenig Sitzplätze in der Ausstellung oder zu wenig Platz in den Garderoben. Die Rahmenbedingungen sind für mich sehr wichtig, um ein Erlebnis abzurunden.

11. Welche Ausstel­lung würdest du gerne kuratieren?

Eine Ausstellung, die Architektur und Stadtplanung mit sozialen Problemstellungen in Verbindung bringt. Meine Master-Thesis beschäftigte sich zum Beispiel mit der sozialen und räumlichen Ausgrenzung von Obdachlosen. Eigentlich wollte ich dazu auch promovieren, dann hätte es auch eine interaktive Ausstellung gegeben, aber mir wurde mein Thema geklaut. Naja, das ist eine andere Geschichte…

Meine #11Fragen an…

… den Kultur-Blog der Kulturfritzen und den Wissenschaftsblog von Soziologiemagazin e.V. –> Ihr seid hiermit zum Liebster-Award nominiert. 🙂

Warum ihr?

Das Team vom Soziologiemagazin (SozMag) engagiert sich seit 2007 (!) für Nachwuchswissenschaftler_innen der Sozialwissenschaften. Sie möchten „soziologische Themen eine neue Öffentlichkeit geben und den soziologischen Diskurs […] der unterschiedlichen Fachrichtungen fördern.“. Ganz besonders möchte ich euch auf die bald startende Blogserie „Zukunftsstadt“ aufmerksam machen, welches in Kürze erscheinen wird. (Einsendeschluss leider fast vorbei: 31.08.15)

Kulturfritzen ist ein „Projektbüro für kulturelle Angelegenheiten im sozialen Netz“. Gegründet wurde es – erst in diesem Frühjahr – von Marc Lippuner, dem ich an dieser Stelle gerne meine Wertschätzung aussprechen möchte. Mit viel Witz, Liebe und Blick auf die Details, zwitschert er durch die unterschiedlichen Social Media Kanäle und berichtet über Veranstaltungen und Ausstellungen, und positioniert kulturelle Themen im Social Web. Mein Tipp: seine „tägliche Dosis Berlin“, die er uns via Twitter als #berlinfakt in die Timeline sendet.

Was müsst ihr tun? Hier klicken, um die Regeln zu lesen.
  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Beitrag.
  • Beantworte die 11 Fragen die der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  • Nominiere weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Erkläre den Nominierten, was sie tun müssen.
  • Informiere die nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Beitrag.

Meine 11 Fragen an das SozMag und Kulturfritzen

  1. Warum bloggt ihr und wie erklärt ihr Unwissenden, was ihr da eigentlich macht?
  2. Welcher Blogbeitrag ist (eurer Meinung nach) euer Bester und warum sollte man ihn lesen?
  3. Was macht ihr anders als andere Kultur- bzw. Wissenschaftsblogs?
  4. Was war eure bisher größte Herausforderung und konntet ihr sie meistern?
  5. Wo seht ihr Entwicklungspotential auf eurem Blog? Was läuft bisher ganz gut und was müsst ihr verbessern?
  6. Ihr habt die Möglichkeit einen Gastbeitrag auf einem Blog eurer Wahl zu veröffentlichen. Für welchen Blog würdet ihr gerne schreiben und was wäre euer Thema?
  7. Wen würdet ihr gerne mal interviewen und welche Fragen würdet ihr ihm/ihr stellen?
  8. Welche Tipps gegen Schreibblockaden habt ihr?
  9. Was sind eure nächsten größeren Projekte?
  10. Was motiviert euch und lässt euch am Ball bleiben?
  11. Welche drei Bücher würdet ihr euren und meinen Lesern empfehlen?

… und meine Frage an dich:

Wofür springst du morgens aus dem Bett?

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Ich freue mich auf dein Feedback!

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