GROHE Sense Wassermelder im Test: Fazit nach 6 Wochen

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Mitte März 2017 stellte GROHE auf der ISH-Messe in Frankfurt am Main den GROHE Sense vor. Der smarte Sensor soll Wasserschäden in deinen Wohnräumen erkennen und dich umgehend über eine App warnen.

Wie ist die Verarbeitung des Gerätes? Geht die Installation leicht von der Hand? Funktioniert der Wassersensor einwandfrei und was taugt die App zum Launch? Nach sechs Wochen im Praxistest, einem echten und zahlreichen arrangierten Wasserschäden, folgt heute mein erstes Fazit zum GROHE Sense*.

SMART Home – Unnötiger Luxus oder sinnvoller Standard?

Im Bereich der Haus- und Gebäudetechnik geht der Trend eindeutig in Richtung Smart Home. Bereits jetzt gibt es Wohnungen, die mit modernster Technik die Heizung anhand äußerer Faktoren wie Tageszeit und Wetter steuern oder ihre Bewohner morgens mit einem künstlich imitierten Sonnenaufgang – berechnet nach dem individuellen Schlafrhythmus – wecken. Der Kaffee ist bereits gekocht und die Lieblingsmusik düdelt leise vor sich hin, weil Alexa und Co wissen, wie sich die Bewohner wohlfühlen.

Neben diesem Luxus werden für die Hausautomatisierung aber auch zahlreiche Produkte und Funktionen angeboten, die unsere Sicherheit gefühlt oder tatsächlich verbessern und im Notfall Alarm schlagen. Beispielsweise gibt es Alarmanlagen/Überwachungskameras mit Gesichtserkennung, die Einbrecher von Bewohnern unterscheiden können, oder Brandmelder, die ihre Besitzer auch via Smartphone alarmieren.
Da in den vergangenen drei Jahren mein Nachbar drei Wasserschäden in meiner Wohnung verursachte (🙄😡🙄), entspricht der Wassersensor GROHE Sense (EAN: 4005176411779, Preis: 59,99 Euro UVP, inkl. MwSt.; aktueller Preis bei Amazon: 58 Euro*) exakt meinen Bedürfnissen. Und so willigte ich begeistert ein, als mich das Unternehmen um ein ehrliches Feedback zu seinem Wasserschaden-Warnsystem bat.

Harte Fakten und mein Testbericht: Der smarte GROHE Sense und die Ondus App

Der Wassersensor GROHE Sense erkennt auslaufendes Wasser, z.B. durch Wasserschäden der Nachbarn, Lecks im Bad oder an der Waschmaschine. Zudem misst er die Raumfeuchtigkeit und die Raumtemperatur, um zum Beispiel Frost- oder Schimmelgefahr frühzeitig zu erkennen.

Warnungen auf drei Wegen

Rot blinkendes LED-Licht und ein Warnton direkt vom GROHE Sense sowie eine Pushnachricht über die GROHE Ondus App warnen die Bewohner, sobald die Sensoren Feuchtigkeit erkennen.
Bei zwei von zig gestellten Schäden reagierte die App nicht sofort und sendete keine Push-Nachricht. Wie es zu diesem Fehler kam, versuche ich derzeit mit dem GROHE Serviceteam zu klären. Falls wir eine Lösung des Problems finden, aktualisiere ich meinen Beitrag entsprechend.

Wassermelder im Test: GROHE Sense | © Anett Ring, stadtsatz.de
Der GROHE Sense warnt optisch, akustisch und via App mit einem Pop-Up "Überflutungsalarm".© Anett Ring, stadtsatz.de

Optimaler Standort

Überall dort, wo häufig Wasserleckagen auftreten können, kann auch der GROHE Sense platziert werden. Also beispielsweise unter/neben Spül- und Handwaschbecken, Spülmaschinen, Badewannen, Waschmaschinen oder Trocknern, aber auch in Kellern oder auf Dachböden, wo das Wasser von außen einbrechen kann.

Dabei sollte der GROHE Sense ausschließlich auf ebenen Böden positioniert werden.

Mit meinem unebenen Badezimmerboden hatte ich Schwierigkeiten. Hier sind Fliesen im Stil von Naturschiefer verlegt und die Fugen recht großzügig bemessen. Die Sensoren erkannten nicht alle gestellten Wasserschäden, da sie nicht eben auf dem Boden auflagen oder sich das Wasser um das Gerät herum verteilte.

Den echten, tatsächlich von mir während der Testphase verursachten Mini-Wasser“schaden“ unter meiner Küchenspüle, bei der ich aus Versehen durch das Wegrücken des Spülenschranks meinen Siphon überstrapazierte (🙃), erkannte der GROHE Sense aber sofort und ohne Verzögerungen. Hier ist relativ ebener Bodenbelag mit geringer Fugentiefe verlegt.

Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Messung erfolgt zwar ganztägig, die Daten werden aber nur alle 24 Stunden in der Cloud gespeichert. Das hat zur Folge, dass man in der App keine aktuellen Daten des GROHE Sense einsehen kann. Für mich erschließt sich damit der Nutzen dieser Funktion nicht. Dies habe ich dem Serviceteam mitgeteilt und man stellte mir eine Verbesserung der Funktionalität in Aussicht. Über Änderungen halte ich euch hier auf dem Laufenden.

Ergänzender Hinweis: Laut FAQ auf der Grohe-Website kann das Modell GROHE Sense+ (EAN: 4005176411991) über einen Aktualisierungstaste aktuelle Messwerte aufrufen.

Maße

Mit seinen 35mm Höhe und 84mm Durchmesser kann der Wassersensor bequem unter den meisten Bad- oder Küchenschränken positioniert werden. Für schwer erreichbare Orte bietet sich der kabelbetriebene GROHE Sense+ oder das Verlängerungsset an, dessen Sensoren nur 50mm Durchmesser bei 10mm Höhe haben. Diese kann man beispielsweise auch unter der Waschmaschine platzieren.

Design & Verarbeitung

Der GROHE Sense ist aus einfachem, reinweißem Kunststoff und schlicht gestaltet. Im Vergleich zu anderen Wassermeldern im gleichen Preissegment ist das Design moderner und eleganter. Auch wenn es nicht mein persönlicher Einrichtungsgeschmack ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man ihn auch sichtbar in der Wohnung stehen lässt – ähnlich wie es bei Brandmeldern der Fall ist. Dies hätte den Vorteil, dass man die optische Warnung des GROHE Sense – rotes Blinklicht – gut wahrnehmen kann.

GROHE Ondus App und Sense Wassermelder im Test | © Anett Ring, stadtsatz.de
GROHE Sense und Ondus App – Modern und zurückhaltend gestaltet© Anett Ring, stadtsatz.de

Installation/Montage

Im Lieferumfang sind drei AAA Batterien enthalten, die der Sense ebenso benötigt wie eine Verbindung zu einem funktionierenden WLAN. Nach der Installation und der Anmeldung in der GROHE Ondus App wird der Sense mit dem heimischen WLAN „gekoppelt“ und ist sofort einsatzbereit.

Die Grohe Ondus App ist für Apple iOS 9+ und Android 4.3+ kostenlos verfügbar. Ich habe sie mit meinem iPhone getestet und sah zunächst in einigen Punkten Verbesserungsbedarf. Anfangs störte mich zum Beispiel, dass der Login auf Google+ und Facebook begrenzt war. Zudem hatte ich Probleme mit der Verbindung der App mit meinem WLAN. Mit dem letzten Update der App [Stand: 13.06.17] ist aber auch die Anmeldung via E-Mail unkompliziert möglich und auch all meine anderen Probleme wurden behoben.

In der gut gestalteten App sind alle Funktionen intuitiv bedienbar und weitere Informationen zum Sense-Programm von GROHE abrufbar (z.B. FAQ, Bestellung weiterer Produkte). Möchtest du mehrere Wassermelder – beispielsweise in deiner Wohnung und in deinem Ferienhaus – verwenden, ist die App optimal. Zu Beginn legst du hier unterschiedliche Adressen und Räume an und siehst bei Wasserschäden sofort, welcher Wassermelder Alarm schlägt.

GROHE Ondus App und Sense Wassermelder im Test | © Anett Ring, stadtsatz.de
Menüführung in der GROHE Ondus App© Anett Ring, stadtsatz.de

Wichtig für Architekten

GROHE stellt für deine Planungen auf seiner Website auch passende *.dxf-Dateien und alle wichtigen, technischen Daten bereit. Zudem ist der GROHE Sense mit dem CE-Kennzeichen versehen und „Made in Germany“.

Besonders empfehlenswert ist die Kombination des Wassersensors mit dem GROHE Sense Guard (EAN: 4005176412042; Preis: 499 Euro UVP inkl. MwSt.), der den Wasserdurchfluss, den Wasserdruck und die Wassertemperatur überwacht und den Wasserzufluss bereits an der Hauptleitung manuell, per App oder automatisch sperren kann. Er schützt damit vor all jenen Wasserschäden, die von den eigenen wasserführenden Geräten, Anschlüssen oder den eigenen Wasserleitungen ausgehen.

Datenschutz

Die Datenschutzerklärung und die allgemeinen Nutzungsbedingungen können auf dieser Webseite gelesen werden. Informationen zur Übermittlung personenbezogener Daten an GROHE finden sich auf dieser Seite.

Preis und Verfügbarkeit

Seit Anfang Mai 2017 ist der GROHE Sense für 59,99 Euro (UVP inkl. MwSt.) im Handel verfügbar. Bei Amazon kostet der derzeit 58 Euro*. Die App kann kostenlos im App Store (iOS) und Play Store (Android) heruntergeladen werden.

Fazit

  • Keine zentrale Automation notwendig.
  • Kein kabelgebundenes oder Funk-Übertragungsnetzwerk notwendig. Zur Datenübertragung reicht das heimische WLAN aus. (Ggf. mit WLAN-Repeatern die Reichweite verbessern.)
  • Anmeldung per E-Mail, Facebook und Google+ möglich. Keine Gebühren.
  • Einfache Installation/Montage.
  • Erweiterung mit dem GROHE Sense Guard empfehlenswert, um volle Funktionsvielfalt einer smarten Lösung ausschöpfen zu können.
  • Ein grundlegendes Problem in der Gebäudeautomation ist, dass viele smarte Lösungen nicht miteinander kombinierbar sind. Für jede Lösung wird also eine eigene Steuerung bzw. App benötigt. Auch GROHE verwendet ein eigenes System, dessen App z.B. auch nicht mit dem Apple HomeKit kompatibel ist.
  • Design schlank und dem Nutzen entsprechend zurückhaltend, aber lediglich aus einfachem Kunststoff. Verarbeitung aber ausreichend.
  • Funktionalität bei unebenen Böden eingeschränkt. Der Sensor erkannte im Test nicht alle Wasserschäden auf unebenen Boden.
  • Im Test sehr, sehr selten, aber dennoch: Einzelne Ausfälle der App. Es erfolgte nicht immer eine Push-Mitteilung bei Wassereinbruch.
  • Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung werden von der App nur alle 24 Stunden aktualisiert. Keine aktuellen Werte abrufbar.
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