Von kleinen Eisbären und Toastern: Architektur in Kopenhagen (Teil 2)

Bist du bereit für den zweiten Teil unserer Architekturreise durch Kopenhagen? Heute nehme ich dich noch einmal mit durch die Innenstadt der dänischen Hauptstadt, in den Stadtteil Indre By.

Falls du den ersten Blogbeitrag über meine Reise durch Kopenhagen noch nicht gesehen hast, bitte hier entlang.

derübersichthalber Im ersten und zweiten Blogbeitrag nehme ich dich mit auf Entdeckungsreise durch die Innenstadt von Kopenhagen, in den Stadtteil Indre By. Im dritten Teil zeige ich dir, welche historische und moderne Architektur ich in Amager, Vesterbro und der Kommune Frederiksberg entdeckt habe. Nørrebro und Østerbro könnten gegensätzlicher nicht sein. Im viertel und letzten Artikel erzähle ich dir, was ich dort alles aufgestöbert habe.

Von kleinen Eisbären und Toastern: Historische und moderne Architektur in Kopenhagen (Fotoserie, Teil 2)

#7 Tycho-Brahe-Planetarium

Das Planetarium in Kopenhagen ist das Größte in Europa und nach dem berühmten dänischen Astronomen Tycho Brahe benannt. Er entdeckte ohne Teleskop eine Supernova im Sternbild der Kassiopeia. Ebenfalls ohne Teleskop und auch nur zufällig, haben wir das Planetarium am Ende unseres letzten Urlaubstages besichtigt, als eines unserer E-Bikes einen Akkuschaden hatte. Wir saßen ein paar Minuten am Ende des St Jørgens Sees fest und betrachteten die „abgesägte Dose“, wie man das Planetarium auf Grund seiner Kubatur gerne nennt. Für mich stach aber mehr die grafische Gestaltung hervor: stufig abfallende, dunkle Ziegelbänder verlaufen kontrastreich auf gelbem Grund („Läuferverband“). Das geneigte Runddach ist zudem mit einer Art Fischgrätmuster versehen.

Baujahr: 1989
Architekt: Knud Munk

#8 Rathaus

Bei über 30 Grad im Schatten und mit einem Eis in der Hand, erinnerte mich das Rathaus in Kopenhagen mit seinem weiten Vorplatz an schöne Urlaube in der Toskana. Tatsächlich ist diese Assoziation gar nicht so weit hergeholt: Architekt Martin Nyrop ließ sich seinerzeit vom Renaissancepalast in Siena inspirieren. Nur die Eisbären auf dem Dachfirst wollen nicht so recht ins Bild passen, stellen aber ein Pendant zu den Verzierungen der Renaissance dar.

Mein Tipp: Der Rathaushausplatz (Rådhuspladsen) ist der ideale Ausgangspunkt für lange Spaziergänge durch die Innenstadt. Eine der längsten Fußgängerzonen Europas, die Strøget, mündet auf den Platz. Hier findest du alles, was dein Shoppingherz begehrt, also auch Design-Objekte und Eistüten mit Marshmallowcreme.

Baujahr: 1905
Baustil:  Nationalromantik
Architekt: Martin Nyrop

#9 Nyboder

Nyboder, die „neuen (kleinen) Häuser“, stechen durch ihre leuchtend gelbe Farbe aus dem Stadtbild von Kopenhagen heraus. 1631 ließ König Christian IV die ursprünglich rot-weißen Reihenhäuser für das Personal der Königlichen Dänischen Marine und ihre Familien errichten. Rund 100 Jahre später war das gesamte Quartier total überbevölkert, so dass man die Nyboder – mit Ausnahme einer einzigen Reihe – um ein zweites Geschoss aufgestockte. In einem der ursprünglichen Häuser, befindet sich ein kleines Museum, das die Wohn- und Lebensverhältnisse einer Familie um 1900 zeigt.

Baujahr: 1631-1641 / ab 1756
Architekten: Hans van Steenwinckel the Younger, Leonhard Blasius / Philip de Lange

#10 Oper

Tote Auster, Kühlergrill oder Toaster? Die Kritik am Königlich Dänischen Opernhaus ist vielfältig und will nicht so recht in das ansonsten wirklich beeindruckende Portfolio des Architekten Henning Larsen passen.
Im Inneren weiß die Oper aber wieder zu überzeugen: Für Glitzer und Glamour sorgen feinster Marmor aus Sizilien und über 100.000 Bögen 24-karätiges Blattgold. Wer hat, der kann! Die Oper ist nämlich eine Schenkung des dänischen Reeders und Industriellen Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller (Mærsk kennst du, weil es das größte Unternehmen Skandinaviens ist) an den dänischen Staat.

Mein Tipp: Die Oper ist imposant und benötigt etwas Abstand, um sie wirklich gut erfassen zu können. Bevor du sie dir aus der Nähe anschaust, wirf einen Blick von der gegenüber liegenden Uferseite auf die Oper. Ganz hervorragende Sicht (und leckeren Kaffee) gibt es vor dem Skuespilhuset, also dem Schauspielhaus. In dessen Nähe fährt auch die Fähre (Havnbussen) zum hübschen Pavillion vor dem Openhaus.

Baujahr: 2004
Baustil: Neo-Futurismus
Architekten: Henning Larsen Architects

#cirkelbroen breathing in the city! photo by the great Anders Sune Berg

Ein von Studio Olafur Eliasson (@studioolafureliasson) gepostetes Foto am

#11 Cirkelbroen

Kopenhagen ist bekannt für seine fahrradfreundliche Infrastruktur. Diese ist nicht nur extrem funktional, sondern auch sehr einfallsreich und schön gestaltet. Der Cirklebroen von Olafur Eliasson ist ein wunderbares Beispiel dafür. Die geschwungene Drehbrücke schließt den Fahrradrundweg um den inneren Hafen von Kopenhagen. Sie besteht aus fünf versetzen kreisförmigen Plattformen in unterschiedlicher Größe, die jeweils einen eigenen Mast besitzen. Eliasson ließ sich also erkennbar von Segelbooten inspirieren. Ein Abschnitt der Brücke kann gedreht werden, damit auch größere Boote den Kanal durchqueren können.

Leider waren wir ein paar Tage zu früh in Kopenhagen und konnten die Brücke noch nicht mit unseren e-Bikes befahren. Sie wurde erst am 22. August 2015 eröffnet. Olafur Eliasson hat aber einige, tolle Bilder auf seinem Instagram-Account eingestellt.

Baujahr: 2015
Architekt: Olafur Eliasson

Cirkelbroen, Copenhagen. Photo: the always brilliant Anders Sune Berg.

Ein von Studio Olafur Eliasson (@studioolafureliasson) gepostetes Foto am

Warst du schon in Kopenhagen?

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Die besten Fotos werde ich hier auf dem Blog zeigen!

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