Kreativer Begleiter & Multitalent: das Skizzenbuch

 In Mit Architektur und Baukultur., Nützlich!

Es ist mein treuster Begleiter: Sobald ich außer Haus bin steckt es in meiner Handtasche, auf dem Schreibtisch liegt es direkt neben meiner Tastatur und auch auf Reisen darf es nie fehlen: mein Skizzenbuch!

Vor kurzem war es dann mal wieder soweit, mein Skizzenbuch platzte aus allen Nähten und ein Neues musste gefunden werden. Ich begab mich auf die Suche und habe auch andere Kreative nach ihren Favoriten gefragt.

Gesucht: Das perfekte Skizzenbuch   

In meinen Skizzenbüchern halte ich erste Ideen fest, mache kleine Scribble, notiere mir alle möglichen Gedanken und schreibe und zeichne jede Menge Konzepte nieder. Kurz gesagt: im kreativen Prozess sind sie für mich unverzichtbar!

Mein ideales Skizzenbuch muss dabei ein kleines Multitalent sein. Natürlich könnte ich mir Skizzenbücher mit unterschiedlichen Papierqualitäten und in unterschiedlichen Formaten zulegen, aber das vergrößert nur mein kreatives Chaos und führt wahrscheinlich irgendwann zum Kollaps oder zum Zusammenbruch meiner Bücherregale. Es muss also für Notizen mit Kugelschreiber ebenso geeignet sein, wie für Skizzen und Zeichnungen mit Skizzenstiften und Faserschreibern*, Bleistiften und Graphite, Tuschestiften und Pigmentstiften*. In Aquarell oder mit Pastellkreide male ich eher selten, also muss mein Skizzenbuch keine eierlegende Wollmilchsau sein.

Auch Haptik und Optik sind mir wichtig! Eine leichte Struktur auf dem Papier, kein rein weißes Papier, leicht abgerundete Ecken und ein hochwertiger Einband – das sind nur einige Details, die mir beim Kauf wichtig sind.

Außerdem bevorzuge ich A5-Formate, da sie groß genug für ausgiebige Zeichnungen sind, klein genug um in meine Handtasche zu passen und groß genug, um nicht darin zu verschwinden. Außerdem freue mich über alle Arten von Gimmicks: Das können zum Beispiel Halterungen für Stifte, ein Lesezeichen und/oder eine Falttasche für meine lose Zettelsammlung sein. Um meine kleinen, eingelegten Schätze zu sichern, ist zudem ein stabiles Gummiband Pflicht!

Auch die harten Fakten müssen stimmen: Mein Lieblings-Skizzenbuch sollte im mittleren Preissegment liegen, damit mich die regelmäßige Neuanschaffung nicht in den finanziellen Ruin treibt. Außerdem sollte es über den normalen Einzelhandel oder über Online-Shops erhältlich sein. Das von schönen Mädchen oder Männern handgeschöpfte und von erfahrenen Buchbinder_innen handgebundene Einzelstück ist sicherlich auch toll, aber es ist für mich nicht ökonomisch und ökologisch, wenn ich für die Beschaffung eines Skizzenbuches um die halbe Welt reisen muss.

Bisher…

Bisher war ich ein großer Fan des bekannten italienischen Herstellers, der sich vor allem auf seine avantgardistischen Nutzer_innen aus dem 20. Jahrhundert beruft. Sowohl die Papierqualität, als auch die Haptik der Einbände, hatten mich die letzten Jahre zufrieden gestellt. Ich hatte wirklich das gesamte Sortiment: Hefte, Skizzenbücher, Notizbücher und Kalender, alles in unterschiedlichen Formaten und Varianten.

Wie ich schon angedeutet habe, wurde ich von meinen letzten beiden Skizzenbüchern aber leider etwas enttäuscht: Es lösten sich einzelne Seiten und der Einband brach an den Ecken auf. Nun kann vermutet werden, dass ich entweder zwei Montags-Produkte erwischte und/oder die Schäden mit meiner intensiven Nutzung zusammen hängen. Dennoch war es an der Zeit, sich auf dem Skizzenbuch-Markt noch einmal genauer umschauen.

6 kreative Köpfe und jede Menge Liebhaberstücke

Ich habe mich online umgesehen, im Buchhandel und meinen favorisierten Schreibwarenläden gestöbert. Dabei fiel mir eine Produktreihe ganz besonders ins Auge. „Bunt ist meine Lieblingsfarbe!“ ist wohl auch die beste Beschreibung für die Liebhaberstücke von Leuchtturm 1917* – so war mein erster Eindruck bereits sehr positiv. Und wie ihr wisst, hat bei der großen Liebe das erste Kennenlernen einen sehr hohen Stellenwert. Natürlich werde ich euch noch ausführlicher berichten.

Bei meiner Recherche, habe ich mir auch App-kompatible Skizzenbücher vorgeknöpft und werde auch ein paar Apps auf meinem Android-Smartphone testen.

Nicht zuletzt bin ich aber auch auf die Empfehlungen von Elisa, Kris, Julia, Sonja und Sebastian gespannt und bedanke mich bei den fünf, kreativen Köpfen nochmals für ihre Tipps. Merci!

 

Skizzenbuch © Elisa Lorenz

Elisa Lorenz ist freie Architektin und uns führte die Liebe zum Reisen auf vier Rädern zusammen. Auf takeanadVANture.com bloggt sie über ihre Road-Trips, von ihre Liebhaberei mit der Architektur könnt ihr bald auf stadtsatz.de lesen. Jedenfalls war es für mich nicht verwunderlich, dass auch ihr Skizzenbuch in jede Handtasche passen und es „robust, leicht und stylisch“ sein sollte. „Auf der Suche bin ich dabei auf die Moleskine Cahier Journals* (13x21cm) gestoßen. Ich liebe das Format, die Beschaffenheit des Papiers und das kleine Einsteckfach am Heftende. Es ist immer dabei und ich nutze es hauptsächlich für Notizen, die ich dann auf meinem Reiseblog verwirklichen kann.“
Architekten-Lesetipp auf take an adVANture: Sydney und die Orangenschale am Hafen

 

Skizzenbuch © Kris Braun

Kris Braun, vom Reise- und Lifestyleblog stilnomaden.com, ist ein echter Design-Ninja. Der Kommunikationsdesignerin ist ebenfalls die Haptik des Papiers extrem wichtig. „Mattes, ungestrichenes Papier, das ich gerne anfassen mag und das sowohl für Bleistift, Kugelschreiber und Tinte funktioniert. Vom Aussehen möchte ich es bitte schlicht. Keine bunten Bildchen auf dem Cover, keine Verzierungen, keine Linien oder Kästchen, die mir vorgeben, wie ich zu schreiben habe. Schwarz-Weiß, blanko. Punkt.
Bei meiner Anforderungs-Messlatte fiel meine Wahl bisher immer ganz klassisch auf Moleskine-Skizzenbücher. Eigentlich gab es keinen Grund, daran etwas zu ändern. Bis eine Freundin mir ein etwa DIN A5-großes Notizbuch von Dussmann mitbrachte, dem KulturKaufhaus in Berlin. Das gute Stück nennt sich JackBook – Notebook in the Jacket* und wird laut Verpackung von einem Papierhandel namens Venceremos im Münsterland hergestellt. Never heard of them! Aber der flexible Umschlag ist aus einem matten, samtigen Material, das Papier der Innenseiten ist genau richtig und mein Favorit ist der seitliche Gummizug, um Boardkarten oder lose Zettelsammlungen an Ort und Stelle zu halten.“

 

Skizzenbuch © Julia Fasshauer

Architektin Julia Faßhauer zeichnet nicht nur Architekturpläne, sondern macht auch schöne Illustrationen. Hierfür arbeitet sie mit unterschiedlichen Skizzenbüchern und ist damit nicht auf ein Multitalent angewiesen. „Da ich sie mit verschiedenen Stiften, zu unterschiedlichen Anlässen und in diversem Kontext benutze, variieren sie naturgemäß. Mein aktueller Favorit ist von Canson, hat die Maße 14,0 x 21,6 cm, 96g/m² und 80 Blatt*. Es eignet sich zum Schreiben und Zeichnen und hält mit einem Magnetverschluss zusammen.“ Eine Auswahl ihrer Skizzen und Illustrationen, könnt ihr euch auf raumzeichner.de ansehen.

 

Skizze © Sebastian Lauff

Sebastian Lauff ist ebenfalls Architekt und schreibt über die Perlen der Alltagsarchitektur auf archimag.de. Er nutzt ebenfalls das klassische Moleskine*, brachte aber noch zwei andere, spannende Perspektiven ins Spiel: Für alle architektonischen Skizzen und Überlegungen zu Ausführungen nutze ich viel lieber und häufiger die von Lars Dittmann hergestellten Pocketblock in 5×5 cm schwarz, mit leeren Seiten.

Seit ich nicht nur am iPhone arbeite sondern auch das iPad habe nutze ich immer öfter Papers App von 53. Nur der perfekte Stift fehlt mir noch.“

 

Skizzenbuch © Sonja Neumeyer

Sonja Neumeyer ist Architektin und zeichnet darüber hinaus als „Little Ell“ fantasievolle und lustige Illustrationen, die nicht nur etwas für Kinder sind. Auch sie liebt Skizzenbücher! „Ich habe mindestens zehn verschiedene, gleichzeitig in Verwendung – alle für unterschiedliche Themen.“ Beeindruckend, oder? Sonja verrät mir, dass sie zum Beispiel unterschiedliche Skizzenbücher für Kaligraphie, Aquarelle, DIY-Projekte oder Online-Kurse verwendet. Auch fürs Business hat sie ein extra Skizzenbuch. Sie verwendet zum Beispiel die blanko Journals im 3er-Set von Moleskine*, aber auch viele Skizzenbücher unbekannterer Hersteller. „Sie müssen mir optisch gefallen und am besten blanko sein, da ich sie meistens mit Skizzen fülle und eher weniger mit Text. Das kleine Skizzenbuch mit dem Band ist zum Mitnehmen gedacht, der Rest wartet auf mich zu Hause.“ Viele ihrer tollen Illustrationen kannst du dir auf ihrem Instagram-Profil anschauen oder zum Beispiel in ihrem DaWanda-Shop erwerben.

 

Letztendlich ist es mit einem Skizzenbuch wie in der Liebe, wenn es funkt, dann ist der Name ziemlich egal.

BIST DU AUCH VERNARRT IN GUTE SKIZZENBÜCHER?

Ich möchte gerne weitere Skizzenbücher testen! Erzähl mir was DEIN Lieblings-Skizzenbuch so besonders macht und verrate mir jene Objekte deiner Skizzenbuch-Begierde, mit denen du liebäugelst. Ich freu mich darauf, unter euren Tipps einen neuen Begleiter meiner kreativen Momente zu finden! 

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Showing 7 comments
  • Alexandra
    Antworten

    Oh weh, das hätte ich jetzt lieber nicht gesehen. Ich habe für jedes Schreibprojekt ein „Skizzenbuch“. Von allen möglichlichen Marken – für kleinere Projekt benutze ich die dünneren Hefte von Moleskine.
    Einen Kalender habe ich mir jetzt auch erst gekauft – anfangs war ich begeistert, mittlerweile weiß ich nicht mehr so recht .. die Einteilung, die mir zunächst richtig erschien, passt derzeit nicht in mein Konzept. Egal, danke für die Vorstellung von auch mir noch unbekannten Marken …

    Liebe Grüße
    Alexandra

    • Anett Ring
      Antworten

      Hallo Alexandra, ich konnte auch noch keinen passenden Kalender für mich finden. Bei mir liegt es aber eher daran, dass ich lieber Wandkalender benutze, damit ich meine Termine jederzeit vor Augen habe. Das wird allerdings auch zum Problem, wenn man viel unterwegs ist…
      Ich bräuchte wohl eine Art Beamer, der meine digital abgelegten Termine, vom Laptop immer auf die Wand vor mir visualisiert 😀
      Nutz du deine Büchlein und Hefte eigentlich nur zum Schreiben oder zeichnest / skizzierst du darin auch? Liebe Grüße, Anett

  • Alexandra
    Antworten

    Also teils – teils – wenn ich ein Bild vor Augen habe, dass fürs Schreiben wichtig ist, dann skizziere ich es.
    Manchmal skizziere ich auch Häuser – Straßenfronten und -fluchten. Das habe ich schon immer geliebt 🙂

    • Anett Ring
      Antworten

      Dann bist du ja geübt und könntest uns ein bisschen was zeigen, oder? 😉

  • Alexandra
    Antworten

    Also mit den Zeichenkünsten eines Architekten kann ich bei weitem nicht konkurrieren 😉 …. eher nur Hobby – wer super zeichnen kann, sind meine Mutter und Großmutter. Die habe ich immer beneidet.

    • Anett Ring
      Antworten

      Ach, also… ich bin da ja kein Talent und wahrscheinlich ähneln meine Skizzen eher denen einer 3-jährigen ^^

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  • […] und Größe des Skizzenbuches, jeder seine eigenen Vorlieben hat, kannst du in meinem Beitrag „Kreativer Begleiter und Multitalent: das Skizzenbuch“ auf stadtsatz.de nachlesen. Darin habe ich auch 5 kreative Köpfe nach ihren […]

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