Die 25 besten Architekturbücher 2016 [Teil1: 1-7]

 In Meine Buchempfehlungen., Mit Architektur und Baukultur.

In diesem Jahr stelle ich euch bereits zum dritten Mal jene Architekturbücher vor, die vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der Frankfurter Buchmesse den internationalen DAM Architectural Book Award erhalten haben. Zusätzlich werde ich euch vorab aber eine Auswahl der Preisträger der schönsten deutschen Bücher 2016 zeigen. Dieser Preis wird jährlich von der Stiftung Buchkunst e.V. verliehen. Unter den ausgezeichneten Sach- und Fachbüchern, Ratgebern und Kunstbüchern, fand ich viele Architekturbücher, die meines Erachtens in Hinblick auf Inhalte und Buchgestaltung als hervorragend gelungen sind.

Ganz besonders hervorzuheben ist natürlich der Architekturführer Köln, der den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Stiftung Buchkunst erhielt. Zwei der Autoren hinter diesem wunderbaren Buch – Barbara Schlei und Uta Winterhager – sind euch vielleicht vom Internetportal koelnarchitektur.de bekannt.

Der DAM Architectural Book Award, der in meinem zweiten Blogbeitrag im Fokus steht, wird von einer Fachjury verliehen, die Architekturbücher nach Kriterien wie der Gestaltung, inhaltlichen Konzeption, Material- und Verarbeitungsqualität, Grad an Innovation und Aktualität bewertet. Neben zehn Preisträgern gibt es eine Shortlist mit zehn weiteren, herausragenden Büchern. Alle Preisträger werden wieder auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert, die offizielle Preisverleihung findet am 19.10. in der Bibliothek des Deutschen Architekturmuseums statt.

Übersicht

  1. 7 ausgewählte Preisträger der „Schönsten deutschen Bücher 2016“ (Stiftung Buchkunst e.V.)
  2. Je 10 Bücher der Preisträger und der Shortlist des DAM Architectural Book Award

 

[Das 7 + 10 + 10 = 25 ergibt, beweise ich dir im zweiten Blogbeitrag. 🙂]

Die schönsten deutschen Bücher 2016 (Auswahl)

#1 „Architekturführer Köln“* von Uta Winterhager und Barbara Schlei

Architekturführer Köln | © Buchhandlung Walter König

Verlag: Buchhandlung Walther König

Künstlerische Gestaltung: großgestalten, Köln

Auszug aus der Jurybegründung / Inhalt:Köln. Architektur. Ohne Dom und romanische Kirchen geht es normalerweise ja nicht. Dennoch: Köln ist eine Stadt des zwanzigsten Jahrhunderts und eine Stadt von heute – genau darum geht es in diesem kompakten Architekturführer. Kompakt erscheint er von außen: Der dreiseitige Farbschnitt verleiht dem stattlichen Umfang in griffigem Format auch optisches Gewicht. Er hat dieselbe Farbe wie die Schmuckfläche des Kartonumschlages. Kein Betongrau, kein Wappenrot – sondern ein gräuliches Grün, ein Stück Köln sozusagen, denn es zitiert die für die Stadt so bedeutenden modernen Brückenbauwerke über den Rhein.

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#2 „Peter Behrens: Zeitloses und Zeitbewegtes“* von Hartmut Frank (Hg.), Karin Lelonek (Hg.) und Ulrich Schwarz (Hg.)

Peter Behrens »Zeitloses und Zeitbewegtes« | © Dölling u. Galitz

Verlag: Dölling und Galitz

Künstlerische Gestaltung: Bernd Kuchenbeiser und Christian Lange

Inhalt: Textkritische Zusammenstellung der Schriften des Architekten Peter Behrens, der sich über Vorträge, Artikel und Bücher maßgeblich am Architektur- und Design-Diskurs seiner Zeit beteiligte. „Mehr als 100 großformatige Abbildungen seiner Werke und Essays der Herausgeber, sowie Silvia Malcovati, zu Behrens‘ Gesamtwerk, seiner Gestaltungslehre und zur Genese seiner Schriften ergänzen diese Sammlung, die eindrücklich belegt, wie reflektiert Behrens sein Werk in die kulturellen Strömungen des 20. Jahrhunderts einbindet.“ (Quelle)

Auszug aus der Jurybegründung:Ein dicker Wälzer beansprucht sofort Autorität, da sind wir konditioniert durch Bibeln und Gesetzestexte. Aber hier sprudelt die Quelle des umfangreichen schriftlichen Nachlasses von Peter Behrens, einem der entscheidenden Architekten und Wegbereiter der Moderne. Für die Buchgestaltung ist dies eine äußert anspruchsvolle Angelegenheit, denn sie sollte nicht hinter die Ansprüche von Behrens selbst zurückfallen.

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#3 „UM_BAU 28: Das Geschäft mit der Stadt“* von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (Hg.)

UM_BAU 28: Das Geschäft mit der Stadt | © Birkhäuser Verlag

Verlag: Birkhäuser Verlag

Künstlerische Gestaltung: Gabriele Lenz und Elena Henrich

Inhalt: „Der UmBau erscheint seit 1979 als interdisziplinäre Zeitschrift, die sich nicht auf die zeichnerische und bildliche Präsentation von Architektur beschränkt, sondern Hintergründe und Zusammenhänge sichtbar machen möchte.“ Das 28. Magazin erscheint mit einem inhaltlich und gestalterisch neuen Konzept im Birkhäuser Verlag. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich mit einem sehr interdisziplinären Thema: „Das Geschäft mit der Stadt. Zum Verhältnis von Ökonomie, Architektur und Stadtplanung“. Es kommen Autoren aus der Architektur, Raumplanung, Soziologie und Rechts- sowie Kulturwissenschaften zu Wort.

Auszug aus der Jurybegründung: „Eine Zeitschrift für Architektur mit visuellem Anspruch für den sachlichen Diskurs.“

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#4 „Lissabon im Land am Rand“* von Alexandra Klobouk

Lissabon - im Land am Rand | © Viel & Mehr

Verlag: VIEL & MEHR

Künstlerische Gestaltung: Eva Gonçalves

Inhalt: Dieses Buch fiel mir bereits vor einigen Monaten selbst in die Hände. Auf der Suche nach einem Lissabon-Reiseführer entdeckte ich es im Buchhandel und war begeistert von der sehr kleinteiligen und auch unkonventionellen Liebeserklärung an Lissabon. Das zweisprachige Buch lebt von seinen bezaubernden Illustrationen!

Auszug aus der Jurybegründung:Mit diesem Reisebericht, mit dieser Gebrauchsanweisung nimmt die Autorin Betrachter und Leser an die Hand. In sympathischer Unbefangenheit sind die flotten Zeichnungen – mal als Bilderklärung, meistens erzählerisch – zweifarbig angelegt. Sie sind regelrechte Kunstwerke der Doppelseitenkomposition. Manchmal steht ein Hochformat quer auf den aufgeschlagenen Seiten. Egal, auch in dieser Stadt muss man sich hin und wieder etwas drehen und wenden.

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#5 „Architecture Reading Aid Ahmedabad“* von Niklas Fanelsa, Marius Helten, Björn Martenson und Leonard Wertgen

Architecture Reading Aid Ahmedabad | © Ruby Press

Verlag: Ruby Press

Künstlerische Gestaltung: Niklas Fanelsa, Marius Helten, Björn Martenson, Leonard Wertgen

Auszug aus der Jurybegründung / Inhalt: Auf knappem Raum zeichnet dieser Architekturführer das Bild einer indischen Metropole. Die scheinbar willkürliche Auswahl der Objekte führt nicht bloß zu Sehenswürdigkeiten oder Repräsentationsbauten nach dem Kriterium der Schönheit oder Größe. Meisterwerke moderner Architektur von Corbusier oder Doshi stehen gleichwertig neben temporären Installationen wie Straßentempel und Teeküche – im Büchlein wie in der Stadt. […]

Zwar ist es ein Buch von Architekten für Architekten, aber sicherlich gleichermaßen ertragreich für Stadtsoziologen, Ethnologen oder einfach alle Laien mit Neugier an Urbanität auf fremden Längengraden. Wesentliches Kriterium der Studie ist die Frage nach dem Wie. Eine wunderbare Leistung dieses Vademecums: Verständnis zu wecken dafür, dass manche Dinge woanders – mit guten Gründen – einfach anders sind.

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#6 „UP UP: Stories of Johannesburg’s Highrises“* von Nele Dechmann (Hg.)

Up Up: Stories of Johannesburg's Highrises | © Hatje Cantz Verlag

Verlag: Hatje Cantz Verlag

Künstlerische Gestaltung: Huber/Sterzinger, Zürich

Inhalt: Vorgestellt wird eine Auswahl an Gebäuden in der Innenstadt von Johannesburg, Südafrika. „Der Schwerpunkt liegt auf hohen modernistischen Türmen, die zur Zeit ihrer Erbauung Prestigebauten waren. Als Zeugen tiefgreifender Umschwünge in der politischen Geschichte der Metropole haben sie umfangreiche Veränderungen durchlaufen.
Dokumentiert werden die Bauten in zwei Erzählsträngen: Einerseits wird anhand von Fakten, Grundrissen, Archivmaterial und zeitgenössischen Innen- und Außenansichten die Architektur formal vorgestellt. Andererseits gibt es zu jedem Gebäude eine Reportage oder einen subjektiven Essay über dessen Innenleben. Interviews mit Bewohnern, gründlich recherchierte Texte zu aktuellen Themen und Beiträge unabhängiger Autoren, Künstler und Fotografen gestatten Einblicke in das alte und neue Leben dieser Türme.

Auszug aus der Jurybewertung:Man könnte sagen, es entstehen Komposit-Kapitel, die aus jeder Architektur einen soziologischen Fall machen. Hochhausarchitektur des zwanzigsten Jahrhunderts in Johannesburg: Geschichte, Lebensgeschichte bekommt einen Ort – das Bauwerk, die Baugeschichte bekommt eine biografische Beziehung.

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#7 „Olafur Eliasson. Reality Machines“* von von Matilda Olof-Ors (Hg.)

Olafur Eliasson. Reality Machines | © Buchhandlung Walter König

Verlag: Verlag der Buchhandlung Walther König

Künstlerische Gestaltung: Irma Boom

Inhalt: Nun, es ist zweifelhaft ob man diesen Ausstellungskatalog in die Reihen der Architekturbücher einordnen sollte. Die Lichtarbeiten des Künstlers Olafur Eliasson unterliegen jedoch dem Grundsatz, dass der Raum die architektonische Voraussetzung ist, um von Licht und Akteueren zum Leben erweckt zu werden. Gebaut kann man dies besonders gut im Konzerthaus Harpa in Reykjavík erleben, dessen Fassade Olafur Eliasson entwarf. Hierfür erhielt der Künstler 2013 gemeinsam mit Architekt Henning Larsen den Mies-van-der-Rohe-Preis für zeitgenössische Architektur.

Der Ausstellungskatalog „ Olafur Eliasson. Reality Machines“ begleitete die gleichnamige Ausstellung im Museum der Moderne Stockholm.

Auszug aus der Jurybewertung:Die komplexen magischen Raumkonzepte des Künstlers –Licht gespiegelt, gebrochen, gedämpft, gefärbt – finden sich gewissenmaßen umgezaubert als traditionelles Buch wieder, lediglich mit Seiten zum Blättern. Aus dem Katalog wird eine weitere Wirklichkeitsmaschine.

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Hast du weitere Buchtipps die Architekten und Architekturinteressierte nicht verpassen dürfen? Dann hinterlass mir gerne eine Kommentar!

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