Vielversprechende Architekturbücher im Frühjahr 2017

 In Meine Buchempfehlungen., Mit Architektur und Baukultur.

In den letzten Wochen habe ich intensiv die Programme der einschlägigen Kunst- und Architekturbuch-Verlage studiert. Darin habe ich einige vielversprechende Bücher gefunden, auf die ich dich gerne aufmerksam machen möchte. Von einigen wirst du hier im Blog noch ausführliche Rezensionen lesen.

Am Ende meines Blogbeitrags stelle ich dir zudem meine Architekturbuch-Favoriten der vergangenen Monate vor. Da 2016 für mich ganz im Zeichen Skandinaviens stand und meine Island-Liebe ununterbrochen zu wachsen scheint, finden sich darauf besonders viele Architekturbücher über nordischen Architektur und Stadtplanung.

Welche Architekturbücher haben dich im vergangenen Jahr nachhaltig beeindruckt und auf welche hast du bereits ein Auge geworfen? Schreib mir deine Architekturbuch-Empfehlungen in die Kommentare!

Vielversprechende Architekturbücher (Neuerscheinungen) im Frühjahr 2017

Archiflop | © DVA Verlag
© DVA Verlag

Das Buch „führt zu den spektakulärsten Architekturflops der ganzen Welt, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute: zu monumentalen Geisterstädten in Asien, den traurigen Überbleibseln amerikanischer Shoppingmalls oder einer Atomzentrale auf der Krim. Es berichtet von ehrgeizigen Plänen, gescheiterten Visionen und überoptimistischen Erwartungen […]“ (Verlagsinfo)
Das Buch erschien bereits Ende Februar und ist z.B. bei Amazon* erhältlich.

Auf dem Blog museumlifestyle findet ihr eine ausführliche Buchbesprechung.

Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus | © Kerber Verlag
© Kerber Verlag

#2 „Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus“

„Handwerk wird modern. Vom Herstellen am Bauhaus“ (13.04.17  bis 07.01.18) ist die Auftaktausstellung der Stiftung Bauhaus Dessau zum 100-jährigen Gründungsjubiläums des Bauhaus im Jahr 2019. Ein begleitender Ausstellungskatalog erscheint im April 2017 im Kerber Verlag. Dieser analysiert das Bauhaus „aus der Sicht des Handwerks“ und setzt die daraus gewonnenen Erkenntnisse in einen zeitgenössischen Kontext. „Um keinen Begriff wurde [am Bauhaus] heftiger gestritten. Die Werkstätten waren Transiträume: zwischen Fabrik und Handwerksbetrieb, zwischen freiem Experiment und industrieller Akkordarbeit. Aus diesem Spannungsfeld heraus hat das Bauhaus versucht, das Handwerk als Utopie, aber auch in Koexistenz zur Industriekultur neu zu definieren.
Eine vielversprechende Ausstellung, über die ich voraussichtlich auf meinen Twitter– und Instagram-Kanälen berichten werde.

Rhetorik der Stadt | © transcript Verlag
© transcript Verlag

#3 „Rhetorik der Stadt“* von Pierre Smolarski

Bei „Rhetorik der Stadt“* (transcript Verlag) handelt es sich um die Dissertation von Dr. phil. Pierre Smolarski, der wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Rhetorik und Schreiben am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld ist. „Anhand von Problemen der Orientierung und des Place-Making zeigt Pierre Smolarski die Stadt als Ort nicht nur der Verdichtung und des Wettstreits divergenter Meinungen, sondern auch als Gegenstand mannigfaltiger rhetorischer Bemühungen – sie ist nicht nur ein Raum für Rhetorik, sondern auch für sich ein rhetorischer Raum.“
Das Buch erschien bereits im Februar und ist z.B. bei Amazon* erhältlich.

Latif al Ani | © Hatje Cantz Verlag
© Hatje Cantz

#4 „Latif al Ani„*

Der Fotograf Latif al Ani dokumentierte als Erster „das Leben im weltoffenen Irak der 1950er bis 1970er Jahre und gilt als Gründungsvater der irakischen Fotografie. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien verkörpern heute ein einzigartiges Bildgedächtnis des Landes in seiner Belle Époque. Al Ani präsentierte die lebendige irakische Kultur in ihrer Fülle und Komplexität: Neben dem westlich geprägten täglichen Leben, der politischen Kultur und Industrie dokumentierte er für die Iraq Petroleum Company das Land aus der Luft.“ Seine Bilder wurden als „Zeugen einer vergangenen Zeit“ im irakischen Pavillon auf der Biennale in Venedig präsentiert.
Kein Architekturbuch, das ist richtig, aber ein sinnvoller Blick über den eigenen Tellerrand. Das Buch erscheint im Mai 2017 bei Hantje Cantz und ist z.B. bei Amazon* vorbestellbar.

draußen | © Hatje Cantz Verlag
© Hatje Cantz

#5 „draußen“* von Andres Lepik

Angesichts massiver Veränderungen ökologischer Systeme, zunehmender Migration und der Ausbreitung ungeplanter Siedlungen ist die Landschaftsarchitektur gefordert, die Gesellschaft von morgen zu gestalten.“ Anhand von konkreten Projekten aus aller Welt widmet sich der Ausstellungskatalog „innovativen und zugleich komplexen“ Ansätzen.
Die dazugehörige Ausstellung ist vom 27. April bis zum 20. August 2017 im Architekturmuseum der TU München zu sehen. Das Buch erschien vor wenigen Tagen und ist z.B. bei Amazon* erhältlich.

Architectural Guide: Collectors Edition | © DOMpublishers
© DOMpublishers

Bei DOM publishers erscheint Ende März eine Collector’s Edition* der beliebten Architektur-Reiseführer. Die Collector’s Edition wird 200 Gebäude aus 21 unterschiedlichen Städten umfassen, die laut Verlag in den vergangenen Jahren hervorragende Architektur hervorgebracht haben. Sortiert sind die Hefte in einem farbenfrohen Schuber.
Vorbestellbar bei Amazon* oder direkt beim Verlag.

50 60 70| © Dölling und Galitz Verlag
© Dölling & Galitz Verlag

#7 „50 60 70: Drei Jahrzehnte im Münchner Stadtbild“* von Alexander Fthenakis (Hg.) und Oliver Heissner

50 60 70: Drei Jahrzehnte im Münchner Stadtbild. Eine Sammlung ausgewählter Bauten und Stadträume“* von Alexander Fthenakis (Hg.) und dem Fotografen Oliver Heissner. Das Buch setzt sich mit den identitätsprägenden Bauten der Nachkriegszeit in München auseinander, für laut Verlag „nur wenig Bewusstsein für ihre Qualität und Bedeutung“ vorhanden ist. „Vielerorts wird »kaputtsaniert« oder abgerissen; nur wenige Häuser stehen unter Denkmalschutz.“Knappe informative Begleittexte und Dokumentationsmaterial mit aktuellen Aufnahmen des Architekturfotografen Oliver Heissner“ sollen sich „an ein breites Publikum“ richten.
Das Buch erscheint am 1. Mai 2017 und ist bereits bei Amazon* vorbestellbar.

Walters Way and Segal Close | © ParkBooks
© Park Books

#8 „Walters Way & Segal Close“* von Alice Graham und Taran Wilkhu

Walters Way & Segal Close“* sind zwei Straßen im Süden Londons, die durch 20 ungewöhnliche Häuser mit „ungewöhnlichem Erscheinungsbild und ihre Konstruktionsweise“ auffallen. „Ihnen liegt die Idee des Systemhauses zugrunde, das auch auf einfache Art von Nicht-Architekten im Eigenbau errichtet werden kann. Schöpfer dieser Häuser war Walter Segal (1907–1985), ein Architekt modernen Geistes.“ Die Autoren, die Journalistin Alice Grahame und der Fotograf Taran Wilkhu, sind selbst Anwohner der beiden Straßen und ermöglichen uns mit ihren Texten und Fotografien einen Einblick in die Segal-Häuser.
Das Buch erscheint am 20. April 2017 und ist bei Amazon* vorbestellbar.

Meine liebsten Architekturbücher im Herbst und Winter 2016/2017

Große Pläne | © Kerber Verlag
© Kerber Verlag

Große Pläne!“* (Kerber Verlag) begleitete eine Ausstellungsreihe, die ausgehend vom Bauhaus Dessau an mehreren Orten in Sachsen-Anhalt gezeigt wurde. Besonders hervorheben möchte ich die ausgezeichnete Buchgestaltung, die sich sachlich und überzeugend an den Traditionen der Moderne des 20. Jahrhunderts orientiert. Auch wenn die Ausstellungen (leider) bereits vorbei sind, lohnt sich dieses Buch für Architekturliebhaber: „Neunzig Jahre nach der Eröffnung des Dessauer Bauhauses zeigt „Große Pläne! Moderne Typen, Fantasten und Erfinder“ erstmals, dass das Bauhaus als Forum internationaler Avantgarden kein Solitär war, sondern Teil einer großen Utopie zur Moderne. Von 1919 bis 1933 wuchs in Mitteldeutschland eine Industrieregion der Zukunft heran, die eng verbunden war mit visionären und ideellen Plänen zu einem neuen Menschenbild, umgesetzt in Architektur, Pädagogik, Reklame bis hin zum Weltraum.“ (Quelle: Kerber-Verlag)
Erhältlich bei Amazon*.

Städte für Menschen | © Jovis Verlag
© Jovis Verlag

Städte für Menschen“* von Jan Gehl ist einer meiner all-time Favoriten und erschien bereits 2015. Für mich ist es eines der Bücher, die jeder Architekt und Architekturstudent gelesen haben sollte.
Erhältlich bei Amazon*.

Ken Schluchtmann: Architektur und Landschaft in Norwegen | © Hantje Cantz Verlag
© Hatje Cantz Verlag

Ken Schluchtmann: Architektur und Landschaft in Norwegen“* (Hatje Cantz Verlag) erschien bereits 2014, hatte aber einen neuen Bedeutungsaufschwung für mich, da ich rund um Silvester 2016/2017 einige Tage in Norwegen verbrachte.
Ken Schluchtmann (World Architectural Photographer of the Year 2012 und 2013 des Arcaid Images Architectural Photography Award) zeigt darin, wie unglaublich harmonisch und gleichermaßen kontrastreich die nordische Architektur mit der sie umgebenden Landschaft zusammenfindet. Einzig nähere Informationen (Architekten, genaue Lage/Anreise, grundsätzlich: Beschreibung) fehlen dem Buch. Als nahezu unkommentierter Bildband macht er dennoch Lust darauf, Norwegen entlang der Landschaftsrouten zu entdecken.
Erhältlich bei Amazon*.

Made in Norway | © Birkhäuser Verlag
© Birkhäuser Verlag

Made in Norway – New Norwegian Architecture“ von Ingerid Helsing Almaas ist eine (bisher) zweiteilige Reihe zur norwegischen Architektur des 21. Jahrhunderts. In jeweils 40 Artikeln zeigt sie eine große Bandbreite zeitgenössischer Architektur und erläutert, wie man mit diesen Bauten auf gesellschaftliche, technische, materielle und ökologische Herausforderungen reagiert hat. Die gezeigten Projekte befinden sich sowohl im städtischen, als auch ländlichen Kontext. Essays, Interviews und sogar ein Gedicht  renommierter Architekten und Planer ergänzen die Bände.
Erhältlich bei Amazon*, auch der erste Band (2010)*.

Steiners Diary | © ParkBooks
© Park Books

Steiners Diary“*. Dietmar Steiner war bis 2016 geschäftsführender Direktor des Architekturzentrums Wien. Seit rund vier Jahrzehnte ist er Architekturpublizist, -historiker und -kritiker, er begleitete damit als Akteur und Beobachter den internationalen Architekturdiskurs. Mit diesem reichhaltig illustriertem und facettenreichem Buch ist ihm (s)ein professioneller und persönlicher Rückblick auf die Architektur seit 1959 gelungen.
Erhältlich bei Amazon*.

Himmel aus Beton | © Park Books
© Park Books

Gisela Erlacher – Himmel aus Beton“* ist eine meiner Entdeckungen der Shortlist des DAM Architectural Book Award (siehe Blogbeitrag dazu). Die Fotografien Gisela Erlacher dokumentierte weltweit „Räume und Situationen, die durch die Überbauung oder Aneignung unter Brückenbauwerken entstehen.“ Ergänzt werden ihre Fotografien durch Essays der Universitätsprofessorin und Landschaftsarchitektin Lilli Lička sowie des Kunsthistorikers Dr. Peter Lodermeyer.
Erhältlich bei Amazon*.

Anett Ring
Hej, ich bin Anett Ring. Freie Architekturjournalistin, Master of Arts in Architektur und Geek mit Fundament. Ich schreibe, skizziere und hinterfrage. Architektur ist mein Wortschatz. Baukultur und Welterbe spreche ich fließend. Häuser baue ich nicht, aber Websiten für Architekten. Auf anettring.de erfährst du mehr darüber.
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