Die 10 besten Architekturbücher

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Die Frankfurter Buchmesse und das Deutsche Architekturmuseum (DAM) haben bereits zum sechsten Mal die zehn besten Architekturbücher mit dem DAM Architectural Book Award gekürt.

Die 74 internationalen Einsendungen wurden nach den Kriterien Gestaltung, inhaltliche Konzeption, Material- und Verarbeitungsqualität, Grad an Innovation und Aktualität bewertet. Auf Grund der zahlreichen, guten Einsendungen wurden zehn weitere Architekturbücher in einer Short-List genannt.

Die Preisverleihung findet am 8. Oktober in der Bibliothek des Deutschen Architekturmuseums statt. Zudem werden die Preisträger vom 9. – 12. Oktober 2014 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert (Halle 4.1, Zentrum Bild, Stand K 106).

Die Preisträger

Talca | © Editorial Arquine | stadtsatz.de

Verlag: Editorial Arquine (Mexico)
Herausgeber: Uribe Ortiz, José Luis, Andrea Griborio
Autoren: Uribe Ortiz, José Luis
Künstlerische Gestaltung: Cristina Paoli
Fotografie: Hector Labarca Rocco (Chile), Blanca Zuniga Alegria (Chile)
Auszug aus der Jurybegründung: „Auf 205 Seiten wird eine Architekturausbildung dargestellt, die ungewöhnlich ist. Jeder Architekturstudent muss während seines Studiums ein Projekt praktisch ausführen. Das passiert gelegentlich auch an anderen Universitäten: An der Universität in Talca bleiben diese Projekte allerdings bestehen und definieren somit den Ort immer stärker durch eigene Leistungen. Das Buch dokumentiert 10 Jahre praktische Architekturlehre. Schon diese Tatsache wäre ein Lob wert.

LOLA Lost Landscapes | © nai010 | stadtsatz.de

Verlag: nai010, Rotterdam
Herausgeber: Cees van der Veeken, Eric-Jan Pleijster, Peter Veenstra
Autoren: Cees van der Veeken, Eric-Jan Pleijster, Peter Veenstra, Erik de Jong, René van der Velde, Paul Roncken, Eric Frijters, Olv Klein, Allard Jolles, Alex van de Beld, Rogier van den Berg
Künstlerische Gestaltung: Koehorst in’t Veld, Rotterdam
Illustration (Visuals and graphics): LOLA
Auszug aus der Jurybegründung:Das monografische Büchlein der jungen, aufstrebenden Landschaftsarchitekten LOLA (Lost Landscapes Architects) aus Rotterdam ist eine zauberhafte Bilderwelt und Sammlung von Ideen, Projektskizzen und assoziativen Motiven. Lost Landscapes steht für den Ansatz, vergessene und sich wandelnde Landschaften neu zu interpretieren und wiederzubeleben. In einer ganz eigenen, sympathisch verwirrenden Sprache nehmen einen die Landschaftsplaner und ihre Gastautoren mit auf den Weg von der Stadt und ihren grünen Transformationsarealen (Life Lines) über die Naherholungsgebiete (the Long Tail of Leisure) bis hin zur opulenten, freien Natur (The fat of the land). Man betritt und verlässt das Buch über eine mehrseitige Bildstrecke mit Projektbeispielen.

North Korean Atlas | © Damdi Publishing | stadtsatz.de

Verlag: Damdi Publishing, Seoul
Herausgeber: Kyoungwon Suh
Autoren: Dongwoo Yim & Rafael Luna
Künstlerische Gestaltung: YeonKyeong Choo Typografie: Yoon Gothic (Korean) + Universal (English)
Jurybegründung:Mit dem North Korean Atlas ist es der Autorengruppe um Dongwoo Yim gelungen, erstmals die urbanen Zentren den unbekannten und unzugänglichen Landes miteinander zu vergleichen. Dies geschieht vor allem in Form von städtebaulichen Analysen, Informationsgrafiken und Diagrammen. Alle Karten wurden für die Publikation einheitlich neu gezeichnet. Und erscheinen in einer klar lesbaren Farbigkeit. Neben dem Versuch, wichtige Bautypologien des kommunistischen Gesellschaftssystems in Form von Isometrien und Grundrissen zu erfassen, erlaubt sich Dongwoo Yim architektonische Interventionen im Stadtzentrum der Hauptstadt Pjöngjang. Sie mögen in Nordkorea als Provokation verstanden werden, ebenso wie die Zusammentragung und Analyse statistischer Daten. Insofern liegt die Qualität des Buchs nicht nur in der textlichen, grafischen und architektonischen Annäherung an eine Steinzeit-Diktatur. Vor diesem Hintergrund muss auch der Mut des südkoreanischen Verlegers bewertet werden, in politisch nach wie vor angespannten Zeiten einen Buchtitel zu verlegen, der Nordkorea als einen frei zugänglichen Wirtschaftsraum mit Investitionspotenzial darstellt.“

Monolith Controversies | © Hatje Cantz | stadtsatz.de

Verlag: Hatje Cantz, Ostfildern
Herausgeber: Hugo Palmarola, Pedro Alonso
Autoren: Pedro Alonso, Alberto Arenas, Manuel Corrada, David Edgerton, Adrian Forty, Boris Groys, Catherine Ingraham, Palmola Magazine, Eden Medina, Servando Mora, Hugo Palmarola, Nolberto Salinas, Gianfranco Foschino, Nolberto Salinas Gonzalez, Patricio Nunez
Künstlerische Gestaltung: Martin Bravo
Auszug aus der Jurybegründung:Umfassender und detaillierter ist die „Platte“ vermutlich noch nie beschrieben worden: Quer durch unterschiedliche Kulturkreise und politische Systeme zeichnet „Monolith Controversies“, der erweiterte Katalog zum chilenischen Pavillon in Venedig, die erstaunlich weltumspannende Geschichte des modularisierten Bauens nach. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung des Plattenbaus in Chile, die in der legendären KPD-Fabrik, ein Geschenk der Sowjetunion an das chilenische Volk nach dem Wahlsieg Salvador Allendes, ihren Anfang nimmt. Hier wurden die ersten Wandelemente für den massenhaften Wohnungsbau gefertigt.
Wissenschaftliche Essays wechseln sich ab mit Texten, die ehemaligen Arbeitern der KPD-Fabrik und Bewohnern von Plattenbausiedlungen eine Stimme geben – das rosa Apartment von Mrs Gutiérrez nimmt dabei sympathischerweise eine ganz besondere Stellung ein.“

The Stones of Fernand Pouillon | © gta Verlag | stadtsatz.de

Verlag: gta-Verlag, Zürich

Herausgeber: Adam Caruso, Helen Thomas

Autoren: Adam Caruso, Jacques Lucan, Fernand Pouillon, Helen Thomas

Künstlerische Gestaltung: Moiré, Marc Kappeler, Dominik Huber, Ruth Amstutz

Fotografie: Héléne Binet

Auszug aus der Jurybegründung: Die Ausgangslage ist ungewöhnlich. Ein renommierter Architekt – Adam Caruso – widmet einem verehrten Kollegen, dem 1986 verstorbenen Fernand Pouillon, eine üppige Monografie, die aber über die üblichen, bei einem „historischen“ Blickwinkel erwartbaren Inhalte weit hinausgeht: Die Hommage an Pouillon läuft auf die Pointe hinaus, seine steinerne Architektur mit präzisen, nach Bauaufnahmen erstellten Werkplänen für zukünftige Architektengenerationen als Vorbild neu zu erschließen. Die Fotos der heutigen Bauzustände von Pouillons Architektur, aufgenommen von Hélène Binet, bilden den ungeschönten Rahmen für eine schrittweise Annäherung vom Städtebau bis zum Fassadendetail. Pouillon ist eine Entdeckung: Bisher gab es kein Buch über sein Werk in englischer Sprache.

Der Bauplan - Werkzeug des Architekten | © Park Books | stadtsatz.de

Verlag: Park Books, Zürich

Herausgeber: Anette Spiro, David Ganzoni

Autoren: Mario Carpo, Hermann Czech, Tom Emerson, Philipp Esch, David Ganzoni, Uta Hassler & Daniel Stockhammer, Ákos Moravánszky, Urs Primas, Kornel Ringli, Stephan Rutishauser, Jonathan Sergison und Philip Ursprung

Künstlerische Gestaltung: Esther Rieser, Zürich

Auszug aus der Jurybegründung:Einhundert Baupläne vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart – der Band präsentiert einen faszinierenden Überblick über dieses elementare Werkzeug im Bauprozess.
Seit 2006 werden an der ETH Zürich, der Professur für Architektur und Konstruktion unter Annette Spiro Baupläne gesammelt. Entstanden ist eine Plansammlung die dokumentiert, wie die Idee des Architekten sichtbar wurde für Bauherren und Handwerker: „sachlich, verbindlich, genau“.

Hungarian Cubes | © Park Books | stadtsatz.de

Verlag: Park Books, Zürich
Herausgeber: Katharina Roters
Autoren: Hannes Böhringer, Endre Prakfalvi, Zsolt Szijártó und József Szolnoki Fotografie: Katharina Roters
Künstlerische Gestaltung: Imre Lepsényi
Auszug aus der Jurybegründung:Es gibt Häuser, die von Architekten geplant und gestaltet wurden, weil sie glauben, dass Menschen so wohnen wollen. Und es gibt Häuser, die von Bewohnern geplant und gestaltet wurden, weil sie glauben, so wohnen zu wollen. “Hungarian Cubes“ handelt von beidem: von den lieblosen Standardhäusern, die der Landbevölkerung in Ungarn verpasst wurden, dem sogenannten „Kádár=Würfel“ – und davon, was sie daraus gemacht haben. Die Künstlerin Katharina Rothers dokumentiert in ihren Fotografien eine verblüffende Gegenkultur, die sich aus einer folkloristischen Tradition speist. Die subversive Ornamentik ist zugleich eine Graswurzelbewegung in der Architektur, der man an vielen Orten Nachahmer wünscht.

Peter Zumthor 1985 - 2013 | © Scheidegger & Spiess | stadtsatz.de

Verlag: Scheidegger & Spiess, Zürich
Herausgeber: Thomas Durisch
Autoren: Peter Zumthor
Künstlerische Gestaltung: Beat Keusch, Basel
Fotografien: Héléne Binet, Hans Danuse, Ralph Feiner, Thomas Flechtner, Walter Mair, Joël Tettamanti und anderen.
Auszug aus der Jurybegründung:Die allumfassende und ultimative Zumthor Gesamtausgabe. So „präzise und kompromisslos“ wie man es bei den Werken auch erwarten kann. Zunächst in 5 Bänden, die jeweils etwa 5 Jahren umfassen, dürfen wir auf weitere Bände in der Zukunft hoffen – im gleichen klassischen, leinengebundenen Layout von Beat Keusch.

Confrontier | © Steidl, Kai Wiedenhöfer | stadtsatz.de

Verlag: Steidl, Göttingen
Herausgeber: Kai Wiedenhöfer
Autor: Kai Wiedenhöfer
Fotografie: Kai Wiedenhöfer
Auszug aus der Jurybegründung:Die Mauer als Metapher für die Unmöglichkeit der Begegnung zwischen Menschen: dieses Thema verfolgt der Fotograf Kai Wiedenhöfer seit über 23 Jahren an den Brennpunkten der grenzüberschreitenden weltweiten Emigration. Politisches Engagement und Statement paaren sich mit gestalterischer Eigenständigkeit der Panoramafotografien in dem aufwändig produzierten Buch.

Rices Church Primer | © Bloomsbury Publishing | stadtsatz.de

Verlag: Bloomsbury Publishing, London
Herausgeber: Richard Atkinson
Autoren: Matthew Rice
Künstlerische Gestaltung: (Typografie) Peter Dawson, (Illustration) Matthew Rice
Auszug aus der Jurybegründung:Diesen illustrierten Band zur architektonischen Formensprache britischer Kirchen möchte man mit auf seine Reise durch Großbritannien nehmen. Das Buch beginnt mit einer Einführung zu den grundlegenden architektonischen Aspekten der Kirche wie Gliederung, Vorderansicht und Turm. Darauf folgt die ‘Formensprache’ der einzelnen Stilrichtungen in chronologischer Reihenfolge von 410 bis 1851. Zu jeder Periode gibt es einen speziellen Teil mit Detailansichten von Türen, Fenstern etc. Überdies findet man auf den regionalen Karten seine bevorzugten Kirchen, Baudenkmäler oder Interieurs. Das Buch entspricht als Objekt nicht dem klassischen Führer.

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  • […] Im vergangenen Jahr konnte ich euch einige tolle Neuerscheinungen vorstellen. Zum Beispiel auch die 10 besten Architekturbücher, die vom Deutschen Architekturmuseum mit dem DAM Architectural Book Award 2014 ausgezeichnet […]

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